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Apikale Ostitis – Ursachen, Symptome und Behandlung

27. August 2026

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Entzündungen im Mundraum entwickeln sich nicht immer dort, wo sie auf den ersten Blick vermutet werden. Während Karies oder Zahnfleischprobleme häufig früh erkannt werden, können Entzündungen im Bereich der Zahnwurzelspitze lange unbemerkt bleiben und sich schleichend ausbreiten. Eine apikale Ostitis zählt zu diesen Erkrankungen. Sie kann den Kieferknochen beeinträchtigen und im weiteren Verlauf zu Beschwerden sowie dem Verlust des betroffenen Zahns führen. Umso wichtiger ist es, Veränderungen frühzeitig zahnärztlich abklären und behandeln zu lassen.

Was ist eine apikale Ostitis?

Eine apikale Ostitis ist eine Entzündung im Bereich der Zahnwurzelspitze. Sie entsteht meist dann, wenn Bakterien aus dem Inneren eines Zahns bis an die Wurzelspitze gelangen und dort eine Entzündungsreaktion im umliegenden Gewebe auslösen. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff apikale Parodontitis verwendet. Beide Bezeichnungen beschreiben dieselbe Erkrankung.

Auslöser ist in vielen Fällen ein abgestorbener oder stark entzündeter Zahnnerv. Gelangen die Bakterien durch den Wurzelkanal bis in den Kieferknochen, reagiert der Körper mit einer Entzündung. Diese soll die Erreger eindämmen, kann jedoch gleichzeitig den umliegenden Knochen schädigen.

Tückisch ist dabei, dass eine apikale Ostitis nicht immer sofort Beschwerden verursacht. Viele Betroffene bemerken die Entzündung zunächst gar nicht. Erst im Rahmen einer Kontrolluntersuchung oder durch zunehmende Schmerzen wird sie entdeckt. Umso wichtiger ist es, Veränderungen frühzeitig zahnärztlich abklären zu lassen.

Die Ursachen einer apikalen Ostitis

Eine apikale Ostitis entsteht, wenn Bakterien bis an die Zahnwurzelspitze gelangen und dort eine Entzündung auslösen. In den meisten Fällen geschieht dies nicht plötzlich, sondern ist die Folge einer bereits bestehenden Schädigung des Zahns. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, den Zahn dauerhaft zu erhalten.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Tiefe Karies: Dringen Kariesbakterien bis zum Zahnnerv vor, können sie sich über die Wurzelkanäle bis zur Wurzelspitze ausbreiten.
  • Abgestorbener Zahnnerv: Stirbt der Zahnnerv infolge einer Entzündung oder Verletzung ab, bietet das Zahninnere ideale Bedingungen für die Vermehrung von Bakterien.
  • Undichte Füllungen oder Kronen: Kleine Undichtigkeiten ermöglichen es Keimen, erneut in den Zahn einzudringen und eine Entzündung auszulösen.
  • Risse oder Frakturen im Zahn: Selbst feine Risse können Bakterien den Weg ins Zahninnere eröffnen.
  • Zahnverletzungen: Ein Schlag oder Unfall kann den Zahnnerv schädigen und eine spätere Entzündung begünstigen.
  • Erneute Entzündung nach einer Wurzelkanalbehandlung: In manchen Fällen verbleiben Bakterien im Wurzelkanal oder gelangen später erneut in den Zahn, wodurch sich die Entzündung wieder entwickeln kann.

Die häufigsten Symptome

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich ausfallen. Während manche Patientinnen und Patienten starke Zahnschmerzen verspüren, bleibt eine apikale Ostitis bei anderen über Monate oder sogar Jahre nahezu unbemerkt.

Typische Symptome sind:

  • Schmerzen beim Kauen oder Aufbeißen
  • Druckempfindlichkeit des betroffenen Zahns
  • pochende oder anhaltende Zahnschmerzen
  • Schwellungen des Zahnfleisches oder Gesichts
  • eine Eiterbildung oder Fistel im Bereich der Wurzelspitze
  • das Gefühl, dass der Zahn „zu hoch“ steht
  • in manchen Fällen auch allgemeines Unwohlsein oder Fieber

Nicht jede apikale Ostitis verursacht Beschwerden. Gerade chronische Entzündungen werden häufig zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt. Deshalb sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig – auch dann, wenn keine Schmerzen bestehen.

Wie wird eine apikale Ostitis diagnostiziert?

Um eine Entzündung an der Zahnwurzelspitze sicher festzustellen, werden verschiedene Untersuchungsmethoden kombiniert.

Zunächst werden die Beschwerden besprochen und der betroffene Zahn gründlich untersucht. Anschließend folgen meist verschiedene Tests, beispielsweise eine Klopf- oder Aufbissprobe sowie eine Überprüfung der Vitalität des Zahnnervs.

Entscheidend für die Diagnose ist jedoch häufig eine Röntgenaufnahme. Sie zeigt, ob sich im Bereich der Wurzelspitze bereits Veränderungen am Kieferknochen gebildet haben. In bestimmten Fällen kann zusätzlich eine dreidimensionale Aufnahme (DVT) sinnvoll sein, um die Ausdehnung der Entzündung noch genauer beurteilen zu können.

Erst durch die Kombination aller Untersuchungsergebnisse lässt sich eine geeignete Behandlung planen.

Behandlungsmöglichkeiten bei einer apikalen Ostitis

Welche Therapie infrage kommt, hängt davon ab, wie weit die Entzündung bereits fortgeschritten ist und wie gut der betroffene Zahn erhalten werden kann.

Wurzelkanalbehandlung

In den meisten Fällen stellt die Wurzelkanalbehandlung die wichtigste Therapiemaßnahme dar. Dabei werden das entzündete oder abgestorbene Gewebe sowie die Bakterien aus dem Wurzelkanal entfernt. Anschließend werden die Kanäle gründlich gereinigt, desinfiziert und bakteriendicht verschlossen.

Erneute Wurzelkanalbehandlung

Hat bereits früher eine Wurzelkanalbehandlung stattgefunden und die Entzündung tritt erneut auf, kann eine sogenannte Revision notwendig werden. Dabei werden die vorhandenen Wurzelfüllungen entfernt und die Wurzelkanäle erneut gereinigt und versorgt.

Wurzelspitzenresektion

Lässt sich die Entzündung trotz Wurzelkanalbehandlung nicht vollständig beseitigen, kann eine Wurzelspitzenresektion erforderlich sein. Hierbei wird die entzündete Wurzelspitze chirurgisch entfernt, um den Zahn dennoch erhalten zu können.

Zahnentfernung

Ist der Zahn bereits zu stark geschädigt oder kann dauerhaft nicht mehr erhalten werden, bleibt als letzte Möglichkeit die Entfernung des Zahns. Anschließend kann die entstandene Zahnlücke je nach Situation beispielsweise mit einem Implantat oder einer anderen Form des Zahnersatzes versorgt werden.

Diese Maßnahmen zur Vorbeugung gibt es

Eine apikale Ostitis lässt sich nicht immer vollständig verhindern. Da sie jedoch häufig als Folge anderer Zahnerkrankungen entsteht, können regelmäßige Vorsorgemaßnahmen das Risiko deutlich verringern. Wer seine Zähne konsequent pflegt und Veränderungen frühzeitig behandeln lässt, schafft die besten Voraussetzungen für eine langfristige Zahngesundheit.

Folgende Maßnahmen tragen zur Vorbeugung bei:

  • Gründliche Mundhygiene: Zweimal tägliches Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume helfen, bakterielle Beläge zu reduzieren.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Früh erkannte Schäden können oft behandelt werden, bevor sich eine Entzündung an der Zahnwurzel entwickelt.
  • Professionelle Zahnreinigung: Sie entfernt auch hartnäckige Beläge an schwer erreichbaren Stellen und unterstützt die häusliche Zahnpflege.
  • Karies frühzeitig behandeln: Je schneller kariöse Stellen versorgt werden, desto geringer ist das Risiko einer Schädigung des Zahnnervs.
  • Füllungen und Kronen kontrollieren lassen: Beschädigte oder undichte Versorgungen sollten rechtzeitig erneuert werden, um das Eindringen von Bakterien zu verhindern.
  • Zahnschmerzen ernst nehmen: Druckempfindlichkeit oder anhaltende Beschwerden sollten zeitnah zahnärztlich abgeklärt werden, um mögliche Entzündungen früh zu erkennen.
Erwin Klassen – Zahnarzt Hamm-Rhynern

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