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Wann ist ein Knochenaufbau nötig?

13. Oktober 2025

Zahnarztpraxis_Klassen_Blog_Knochenaufbau

Der Abbau von Knochensubstanz im Kiefer stellt in der Zahnmedizin eine häufige und zugleich komplexe Herausforderung dar. Besonders im Zusammenhang mit Zahnimplantaten spielt die vorhandene Knochenmenge eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Durch gezielte Aufbauverfahren kann verlorengegangene Knochensubstanz wiederhergestellt werden. Damit stellt der Knochenaufbau einen Prozess dar, der die Basis für eine erfolgreiche implantologische Versorgung bildet.

Wie kommt es zum Knochenabbau?

Der Kieferknochen ist ein aktives Gewebe, das durch die Belastung der Zähne erhalten bleibt. Geht ein Zahn verloren, fehlt der natürliche Kaureiz, wodurch der Knochen in diesem Bereich nicht mehr ausreichend stimuliert wird. In der Folge beginnt der Körper, die nicht mehr benötigte Knochensubstanz abzubauen. Dieser Prozess setzt oft schon wenige Wochen nach dem Zahnverlust ein und schreitet besonders in den ersten Monaten schnell voran.

Neben fehlender Belastung können auch Parodontitis, entzündliche Prozesse, Unfälle oder operative Eingriffe zu Knochenabbau führen. Der Rückgang verläuft meist schmerzfrei und bleibt lange unbemerkt, bis eine Implantatversorgung geplant wird.

Was ist ein Knochenaufbau und wann wird er notwendig?

Beim Knochenaufbau handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff zur Wiederherstellung von verloren gegangener Knochensubstanz im Kiefer. Ziel ist es, genügend Volumen für eine stabile Implantatverankerung zu schaffen. Der Eingriff ist fester Bestandteil der modernen Implantologie und wird abhängig von Knochensituation, Implantatposition und Behandlungsziel individuell geplant – entweder vor, während oder gemeinsam mit der Implantation.

Ein Knochenaufbau wird notwendig bei:

  • Lang bestehendem Zahnverlust, bei dem der Kieferknochen bereits stark abgebaut ist
  • Parodontalerkrankungen, die den Knochen um die Zähne nachhaltig geschädigt haben
  • Geplanten Zahnimplantaten, wenn das vorhandene Knochenvolumen für eine stabile Verankerung nicht ausreicht
  • Anatomischen Gegebenheiten, etwa bei sehr schmalem Kieferkamm oder flachem Knochenprofil
  • Vorherigen Operationen oder Unfällen, die Knochensubstanz entfernt oder beschädigt haben
  • Zysten oder Entzündungen, die lokale Defekte hinterlassen haben
  • Implantaten im ästhetisch sichtbaren Bereich, bei denen auch die Weichgewebsführung unterstützt werden muss

Knochenaufbau als Basis für Zahnimplantate

Für eine erfolgreiche Implantatversorgung ist eine ausreichende Knochenmenge unerlässlich. Nur wenn das Implantat vollständig von stabilem Knochen umgeben ist, kann es fest einheilen und langfristig belastbar bleiben. Ist der Knochen zu schmal oder zu niedrig, fehlt diese Voraussetzung.

Der Knochenaufbau schafft das notwendige Volumen und ermöglicht eine sichere Verankerung des Implantats. Besonders im sichtbaren Bereich verbessert er zusätzlich die Ästhetik, indem er das Zahnfleisch stützt und einen natürlichen Verlauf ermöglicht. Ohne vorherigen Aufbau steigt das Risiko für Lockerung, Entzündung oder Implantatverlust deutlich. Daher ist der Knochenaufbau in vielen Fällen eine unverzichtbare Voraussetzung für den langfristigen Behandlungserfolg.

Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial?

Beim Knochenaufbau kommen entweder körpereigener Knochen oder spezielle Ersatzmaterialien zum Einsatz. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom Ausmaß des Defekts und den individuellen Voraussetzungen ab. Beide Optionen haben sich bewährt und können je nach Bedarf auch kombiniert werden.

Eigenknochen

Der körpereigene Knochen (autologer Knochen) ist nach wie vor die biologisch hochwertigste Variante beim Knochenaufbau. Er enthält lebende Zellen und Wachstumsfaktoren, die eine schnelle und stabile Einheilung fördern. Entnommen wird dieser meist aus dem eigenen Kiefer, zum Beispiel aus dem Kinnbereich oder dem hinteren Unterkiefer. Bei größeren Defekten kann auch die Verwendung des Knochens aus dem Beckenkamm sinnvoll sein.

Der Vorteil von Eigenknochen liegt in seiner hohen Verträglichkeit und der natürlichen Integration in das bestehende Gewebe. Gleichzeitig ist jedoch ein zusätzlicher Eingriff zur Entnahme notwendig, was die OP-Zeit verlängert und den Heilungsverlauf beeinflussen kann. Für den Erhalt von Volumen und die Verbesserung der Einheilung erfolgt in vielen Fällen eine Kombination aus Eigenknochen mit Ersatzmaterial.

Knochenersatzmaterialien

Knochenersatzstoffe sind eine bewährte Alternative oder Ergänzung zu Eigenknochen. Sie bieten ein stabiles Gerüst für das Einwachsen von neuen Knochenzellen und werden vollständig abgebaut oder in körpereigenen Knochen umgewandelt. Typische Materialien sind:

  • Synthetische Materialien: Zum Beispiel Beta-Tricalciumphosphat oder Hydroxylapatit. Gut verträglich, biologisch neutral und vollständig resorbierbar.
  • Tierische Materialien: Meist aus Rinderknochen gewonnen. Sehr stabil und gut erforscht, langsame Resorption.
  • Menschliche Spenderknochen (Allograft): Aus Gewebebanken aufbereitet, mit hoher biologischer Verträglichkeit, reguliert und streng kontrolliert.
  • Kombinierte Biomaterialien: Mischformen aus verschiedenen Quellen zur Optimierung von Einheilzeit und Volumenstabilität.

Die Wahl des richtigen Materials hängt von der individuellen Situation, der Größe des Defekts und der gewünschten Stabilität ab.

Verfahren und Techniken im Knochenaufbau

Für den Knochenaufbau stehen heute verschiedene moderne Techniken zur Verfügung. Die Wahl des geeigneten Verfahrens richtet sich nach Lage, Umfang und Ursache des Knochendefizits. Ziel ist es immer, ein stabiles, gut durchblutetes Knochenlager zu schaffen, das eine Implantation ermöglicht.

  • Bone Spreading / Bone Splitting: Der schmale Kieferknochen wird vorsichtig gespreizt, um Platz für das Implantat zu schaffen. Eignet sich besonders bei geringer Knochenbreite im Ober- oder Unterkiefer.
  • Sinuslift (intern oder extern): Im seitlichen Oberkiefer wird die Kieferhöhle angehoben, um neue Knochenhöhe zu gewinnen. Häufig eingesetzt, wenn die Knochenhöhe über den Backenzähnen nicht ausreicht.
  • Socket Preservation: Direkt nach einer Zahnentfernung wird die leere Alveole mit Knochenmaterial gefüllt, um einem späteren Knochenabbau vorzubeugen. Besonders effektiv zur Sicherung des Volumens für spätere Implantate.
  • Knochenblocktransplantation: Ein kompakter Knochenblock wird aus dem Kiefer oder Becken entnommen und am gewünschten Ort fixiert. Ideal bei größeren Defekten, bietet sehr gute Langzeitstabilität.

Unterschiede im Ober- und Unterkiefer

Der Oberkiefer und der Unterkiefer unterscheiden sich in ihrer anatomischen Struktur sowie in der Knochenqualität. Der Oberkieferknochen ist meist weniger dicht und dadurch anfälliger für Abbauprozesse. Besonders im Seitenzahnbereich schränkt die Nähe zur Kieferhöhle das vorhandene Knochenangebot ein. Hier ist der Sinuslift eine häufig notwendige Maßnahme, um ausreichend Knochenhöhe zu schaffen.

Im Unterkiefer ist die Knochenstruktur deutlich dichter, was grundsätzlich eine bessere Stabilität für Implantate bietet. Allerdings verläuft im Unterkiefer der Nervus alveolaris, der bei der Planung und Durchführung der Implantation unbedingt berücksichtigt werden muss. Der Knochenabbau kann hier zu einer kritischen Nähe zwischen Implantat und Nerv führen.

Je nach Kieferregion erfordert der Knochenaufbau unterschiedliche Strategien. Eine genaue 3D-Diagnostik und individuelle Behandlungsplanung sind entscheidend für den langfristigen Erfolg der Implantatversorgung.

Erwin Klassen – Zahnarzt Hamm-Rhynern

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